Dienstag, 21. Juni 2011

Kraftvoll über die Sägespäne und kunstvoll durch Basel.



Ich mag Gegensätze. Und so genoss ich das vergangene Wochenende ganz besonders, das zwei Seiten der Schweiz erlebbar machte, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Am Samstag stand ein Abstecher zum alljährlich stattfindenden Dorffest anlässlich der Rebblüte auf dem Programm. Wobei Abstecher schlichtweg übertrieben ist - handelt es sich doch in echt nur ums Raustreten auf die Strasse, weil unser Haus mitten auf der Festmeile steht. Und unter diesen Umständen lässt sich das Mitmachen, das sage ich keinesfalls betrübt, eigentlich gar nicht umgehen. "Ufftata" von Freitag Nachmittag bis Sonntag Nacht. Und das Fensterbrett verkam dabei zur Ablagefläche für geleerte Bierkrüge bzw. -krügchen (gemessen an der Grösse von Biergefässen, wie ich sie aus Bayern kenne).

Wir schauten also gebannt den strammen Schwingerjungs beim durch die Sägespäne fegen zu, verdrückten dabei Wildschweinwürste und schunkelten uns am Abend in angeheiterter Runde durch die Zelte und Beizen. Zu Musik, die es wohl auch in einem nächsten Leben nicht auf meine Playlists schaffen würde...


Schwingen, die Gelegenheit nutze ich doch glatt zum Erläutern, ist übrigens der Schweizer Nationalsport schlechthin, eine Variante des Ringens und sieht in etwa so aus.


Der Sonntag indes war nicht fürs Kräftemessen, sondern für die etwas schöneren Künste reserviert. An selbigem ging nämlich die 2011er Ausgabe der Art Basel zuende. Und wir machten deshalb noch flott einen Abstecher auf die Messe, auf der uns nicht nur eine kaum vorstellbare Menge aus Bildern, Installationen und Skulpturen erschlug. Mit dieser um die Wette buhlte, um die visuelle Überdosis perfekt zu machen, auch noch die beguckenswerte Besucherschar: ein höchst internationales Gewusel aus stinkreich aussehenden Anzugträgern, Künstlertypen, Kunststudenten und -liebhabern - und allesamt mit einer Schwäche für stilvolle Kleidung.

Perfekter kann ich mir ein Wochenende in den Extremen kaum ausmalen, während welchem ausgerechnet Schweizer Wurstwaren es vermochten, die Brücke zwischen den beiden Tagen zu schlagen. Auf Volksfest wie Kunstmesse war das simple, aber gute Grillgut das überzeugendste Nahrungsmittel, zu dem ich zufälligerweise auch noch einen Post in der Rückhand habe... Hier gehts also bereits in Bälde wieder um die Wurst. Modeblog hin oder her.

1 Kommentar:

Kristina hat gesagt…

:) Die Schweiz von ihrer schönsten Seite - du solltest von Tourismus Schweiz für diese einladenden Posts bezahlt werden ;)

Und die Schwingerfotos sehen toll aus. Ich muss das unbedingt einmal live sehen!

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