Ich bin euch noch etwas schuldig:
Tag 2 auf der
Sennalp nämlich. Korrekt müsste es eigentlich "drumherum" heißen. Denn wir waren emsig wie kleinen Bergziegen und umwanderten die Alp in einem sechsstündigen Marsch mit ordentlich Aussicht und Abenteuer. Dazu aber gleich mehr – mithilfe der Bilder erzählt's sich doch gleich viel anschaulicher.
Der Tag begann früh und mit einem Frühstück. Und das Frühstück auf einer Sennalp erwies sich, naheliegend, als sehr käse-, quark- und butterlastig. Hier leidet man besser nicht unter Laktoseintoleranz.
Was alles schon vor meinem Erwachen passiert ist, ist erstaunlich. Die Milch vom Vortag wurde bereits zu kleinen Käselaibern verdichtet. Ich hätte euch gerne gezeigt wie's geht – aber nur der 6-Uhr-Vogel fängt hier wohl den Wurm...
Auch längst am Start: der am Vorabend nur schläfrig und als gesellschaftsmüde anzutreffende Hüttenhund.
Auch schon wach und mit jedem neuen Tag größer und munterer: die drei kleinen Babykatzen.
Erst 9.00 Uhr. Und die Babykatzen verzücken schon wieder...
Nach dem Frühstück formierte sich eine illustre kleinen Wandergesellschaft unter den Alpgästen. Ottmar, freiwilliger Gegen-Kost-und-Logis-Freiwilliger hatte sich für uns eine kleine Tour ausgedacht und mimte netterweise den Guide.
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Aber schon nach wenigen Metern – wohl abgelenkt von so viel natürlicher Schönheit – knickt eine Dame namens Christine um und kehrt samt Gatten zur Alp zurück. Aus sieben Wanderern wurden fünf.
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Es geht berauf. Erst gemäßigt, dann immer steiler.
Das sind übrigens die übrigen Bergsteiger: Älpler Ottmar, Myrta mit Tochter Linn und meine Mama.
Ottmar instruiert die Flachländerin, meine Mutter, im Umgang mit den Stöcken.
Ui... Ich könnte alle paar Meter stehen bleiben und Fotos machen.
Nach knapp drei Stunden stetigem Bergauf: angekommen. Der Gipfel nennt sich Rossstock und liegt auf 2461 m.
In der Ferne: die Oberalp. In der Nähe: lichtes, silbriges Haar.
Bilderbuchschönwetterwolken.
Es geht wieder abwärts, in Richtung Sennhütte.
Aber der Weg wartet mit Tücken auf. Geröllhalden, Kletterpassagen und steile Abhänge warten auf meine Mama und mich – beide nicht 100%ig schwindelfrei.
Aber die Ausblicke versöhnen. Und die Rufe der Murmeltiere lassen mich hoffen, doch noch einen der kleinen Fellracker zu erblicken.
Man sieht teilweise bis nach Zürich – das sind immerhin ca. 80 km!
Zurück nach sechs Stunden bergauf und bergab. Die Kätzchen erkunden die Alp auf kleinen Tätzchen in der warmen Nachmittagssonne.
Miau. Ich habe lange mit mir gerungen. Zu gerne hätte ich eines der kleinen weißen Wollknäule. Aber der Bub und ich sind uns mittlerweile einig: wir sind im Herzen Hundenarren. Ein Waldi ist uns noch ein kleines bisschen lieber als ein Maunzerl. Und so süß, wie die kleinen Katzenbabies sind, haben sie bald sicherlich ein echtes Katzen-Fan-Zuhause.
In diesem Sinne: Ade, kleine Büsis bzw. Zisi ("Büsi" = Schweizerdeutsch für Katze, "Zisi" heißt's im Kanton Uri).