Fast schon wieder vier Wochen her, unser kleiner Urlaub. Und die Sonne und die Wärme und Baden und Tapas und lange Schlafen, hach. Weil die Erholung leider schon wieder komplett dahin ist, wie mir das Spiegelbild versichert, packe ich an dieser Stelle ein entspanntes, augenringloses Ich aus. Und zeige euch auch gleich noch einen Neu-Zugang im Kleiderschrank:
Das Vintage-Blüschen, das ich Jessie abgeknöpft habe, weil es so nach Dotti schrie. Seht ihr doch auch so, oder?
Quasi hinter unserem Hotel lag der Botanische Garten Mallorcas – ein Abstecher dorthin war also obligatorisch. Ende der 80er Jahre eröffnet, versprüht der an stacheligen Gewächsen reiche Garten mit dem ulkigen Namen Botanicactus auch einen herrlich nostalgischen Charme. Wir wanderten unter den traurigen Augen des ganovigen Kaktus-Maskottchens fast einsam durch die üppige Gartenanlage, jagten mit der Kamera ein paar Libellen und am Ende naschte ich noch ein Eis, das nicht 80er-Jahre mässiger hätte sein können: ein Kalise "Sandy Pop" aka künstlich schmeckendes Wassermelonen-Eis.
Ihr Lieben, wir sind zurück von der Insel. Und viel zu berichten gibt es eigentlich gar nicht – glücklicherweise. Denn der Ausflug stand ganz ausschliesslich im Zeichen der Erholung. Das www wurde ignoriert, gedruckte Buchstaben dafür weggeatmet, der Bauch für die kommenden kalten Monate kräftig mit Tapas aufgepolstert. Die Sonne lachte, das Meer plätscherte – und das ganze 10 Tage am Stück.
Ich kann nicht anders als schreiben: schön war's. Unsere Gastgeber vom Es Turó waren wunderbar, und das an Ausblick reiche kleine Finca-Hotel im Süden der Insel ein sehr erholsames Plätzchen Erde, das dem Zweck, den es für uns erfüllen sollte, voll und ganz entsprach. Der wohl einzige Haken: ein Pool mit weissen Flatter-Vorhang-Liegen scheint den einen oder anderen Unsympathen magisch anzuziehen... Aber ich bin so durch und durch entspannt, dass ich mich gar nicht zum meckern herablasse, ha!
Heute werden nun ganz gemütlich die Mittelmeer versandeten Wäscheberge verarbeitet und bei Heimatfilmen in Schrank gerechte Berge verbügelt, bevor der Alltag morgen wieder losgeht. Euch auch einen schönen Sonntag. Und hier noch ein paar Eindrücke von unserer Bleibe.
Unser Bad nebst Zimmerchen und stacheligem Vorgarten.
Kinners, der Bub und ich, wir brauchen dringend Urlaub vom Urlaubsland und sind soeben nach Malle gedüst. Da scheint die Sonne zwar dieser Tage auch nicht mehr, als sie's in der schönen Schweiz eh schon tut. Aber da haben wir Zeit und Gelegenheit sie auch ungestört zu geniessen.
Euch derweil eine schöne Zeit. Bis zu unserer Rückkehr also, die sicherlich einige Bilder und Anekdoten für den Blog bedeutet.
Vorletzte Woche düsten der Bub und ich in einem 5-Stunden-Auto-Ferienanfang-Feierabend-Amok ins Nachbarland, um uns ein langes Wochenende lang das Hotel Theresia in Saalbach-Hinterglemm anzugucken, zu beschnuppern und ausgiebig all seine Vorzüge auszutesten. Im Gegenzug für ein schriftliches Urteil, das ich hier und heute sehr gerne abgebe. Gestartet wird mit ein bisschen Bewegtbild – ein kleiner Hotel-Rundgang durch Garten, Lobby, Bar, Wellnessbereich und, selbstredend, unser Zimmer.
Fein war bereits die Ankunft. Kurz vor Mitternacht und mit leerem Bauch checkten wir zwei ein und bekamen zur Begrüßung und Stärkung eine deftige kalte und vor allem frische Platte ganz nach unserem Abendbrot-Geschmack auf's Zimmer – dazu ein Bier. Herrlich!
Das Zimmer: alpin-rustikal, gemütlich und bunt. Vorne dran ein großer Balkon, auf dem sich das herrliche Rauschen des Baches und die Aussicht auf die Berge vor dem Hotel genießen ließ. Und, wenn die Sonne scheint, wahrscheinlich auch diese. Ein dicker Pluspunkt: die Gratis-Minibar – Wasser und Saft nach Lust und Laune, anstelle der sonst Hotel üblichen drei Euro fuffzig für ein läppsches Fläschlein Allerwelts-Wasser.
Die Tafel Bio-Fair-Trade-Schokolade und einen persönlichen Begrüßungsbrief der Hotelbesitzer gab's auch. Manierlich, finden wir!
Das Bad: frisch renoviert, clean und farbreduziert. Sauber, selbstredend. Und auch hier wartet etwas Praktisches: eine große Flechttasche transportiert während des Aufenthalts Bademäntel, Handtücher und weiteres Allerlei in den Wellnessbereich, an den Pool, auf den Berg – und zurück.
Am Samstag wurden wir mit Regen und einem Himmel in den schönsten Grautönen geweckt. Keine Eile also, hinaus zu kommen. Stattdessen haben wir ausgiebig das wirklich tolle, riesige so genannte Salzburger Bio-Frühstück ausgekostet, das nichts vermissen ließ. Frisch gepresster Orangensaft, Omelettes nach Wahl, eine ganze Batterie verschiedener Brotsorten, Süßes, Deftiges, Tees, Säfte, Obst, Salat, Quark, Joghurt – und das alles in Bio-Qualität (Hätte man übrigens auch alles ohne Aufpreis auf's Zimmer haben können), wie überhaupt fast die komplette Verpflegung vor Ort.
Nach dem Frühstück auf dem Zettel: Gegend erkunden. Und das ging auch herrlich bei Nässe, denn das schützende Equipment war im Gepäck. Und einen zusätzlichen Schirm fanden wir auf dem Zimmer vor.
Von Saalbach-Hinterglemm war ich, zugegebenermaßen, weniger begeistert. Ein typischer Im-Winter-Ski-Zirkus-im-Sommer-Rentner-Bus-Alarm-Ort mit etlichen Geschmacksverirrungen der architektonischen, kulinarischen wie unterhaltungsprogrammlichen Art. Die Umgebung jedoch ist hübsch. Gemäßigte Berge, satte Wiesen und Kühe wohin das Auge blickte. Hätte es nicht geregnet, wir hätten den kostenfreien Bike-Verleih des Theresias ausgenutzt, eine geführte Wanderung mit Hotel-Wander-Guide Sepp gemacht oder die s.g. gratis Joker Card getestet, um Natur und Co. etwas genauer zu inspizieren. Schade.
Das Bio-Mittags-Buffet haben wir aufgrund des Bewegungsdrangs verpasst und freuten uns dafür über eine 15-Uhr-Kaffee-Kuchen-Sause (tatsächlich alles im Aufenthaltspreis inklusive). Von vollkörnigem und so gut wie zuckerfreien Gebäck bis hin zu Torte, Bisqitrolle und Eis gab es für jeden etwas. Und das, da für den weiteren Nachmittag Wellnes geplant war, in disziplinierter Menge. Wer will schon mit Kugelbauch nackt durch die Saune rennen? Und noch wichtiger: wer will sich schon wie ein fettiger All-Inclusive-Urlauber fühlen?
Der Bub und ich, wir schwammen und schwitzten zuerst ein paar Runden, um später massiert bzw. verschönert zu werden. Resumeé: himmlisch.
Obwohl es delikat aussah und jedes Foto wert gewesen wäre: ich habe auf Fotos des Abendessens verzichtet. Gruselt es mich schließlich vor fast nichts mehr als den Pauschalurlaubern, die jeden Gang für die Daheimgebließen ablichten.
Am Samstag gab es ein leckers großzügiges Buffet (normalerweise auch nicht so ganz meins aufgrund der angegrabbschten Löffel und des Risikos, eine Fressorgie anzuzetteln) aus regionalen Spezialitäten, am Sonntag sollte uns ein Gala-Diner erwarten (wahlweise regional oder vollwert/vegetarisch). Beides fand ich sehr delikat, und das für mich als ehemalig Gründe-Kiste-Inhaberin wahrscheinlich nicht von ungefähr: Die Auszeichnung „Grüne Haube“, die das Theresia für seine gastronomische Versorgung erhalten hat, garantiert, dass die Produkte vorwiegend aus der biologischen Landwirtschaft der Region stammen. Daumen hoch dafür!
Ein Hotelabend mit gut befülltem Bauch ohne Absacker? Undenkbar! Der nette Barmann machte uns das mit den Drinks noch leichter, die Andy Warhol-Kuh mahnte glücklicherweise von der Wand. Und ein, zwei oder auch drei Kir Royals später ging es dann endlich in die Falle.
P.S. Das Sonntags-Programm verlief dank erneut grauem Himmel recht ähnlich.
Das Fazit. Kurz und gut: zweieinhalb wirklich leckere, ruhige, entspannende Tage. Danke dafür!
Neue Stadt = neue Feiertage. In Zürich war gestern "Sächsilüüte" – Böögg-Verbrennung und der Umzug der Zünfte. Da wir uns unter beidem nicht viel vorstellen konnten, ging's ab in die Zürcher Stadtmitte – gucken. Wir wurden mit einer Menge Ufftata, einem Haufen Farben und ganz Zürich auf den Beinen, bei strahlendem Sonnenschein, empfangen. ... Und ich habe mir ganz nebenbei auch noch ein paar modische Inspirationen mitgenommen.
Translation: There was a holiday called "Sächsilüüte"in Zürich yesterday. And that's what it looked like.