Wenn ich den Namen Holly höre, denke ich an Holly. Die einzig wahre Holly nämlich: Holly Golightly. Und an keine andere dachten Claudia Winkler und Christian Breil, als sie ihre gemeinsame Butike 2002 auf den beschwingten, wohlklingenden und mit viel 50ies-Charme behafteten Namen Holly tauften.
Ich muss nach meinem jüngst erfolgten Holly-Besuch unbedingt ein paar Worte zum Laden verlieren und euch mit zahlreichen Impressionen beschießen. Nicht nur, weil ich geschlagene zwei Jahre ein Klingelschild in der selben Berliner Adresse besaß, jedoch nie einen Fuß hineinsetzte und nun einiges wieder gut zu machen habe. Sondern auch und ganz einfach, weil Frau und Herr von Welt bei Holly das Herz aufgeht. Und das bereits beim Spähen durch die liebevoll und stets motto-esk gestalte Auslage. Da prangt schon einmal ein erschreckend direktes "Trau dich doch du Eierloch" oder "Geiz macht hässlich" auf dem großformatigen Fenster. Um aber von ausgesuchten Stücken aus dem Sortiment und viel Fingergefühl in der Deko wieder aufgefangen und mit einem koketten Augenaufschlag versehen zu werden.
Beim Befühlen der Stoffe, die in den Regalen hängen und liegen, beim Erblicken der fröhlichen Farben, die sie tragen und beim Begutachten der hübschen Schnitte, mit denen sie versehen worden, geht's gleich weiter, das Wonnegefühl.
Die größten Glücksmomente beschert mir jedoch die wohl erlesenste Ladeneinrichtung die ich kenne. Und eine dazugehörige detailvollendete Deko. Kein Eckchen des Geschäfts wurde vernachlässigt oder besticht weniger als ein anderes. Tolle Originale aus meinen Lieblings-Dekaden, wie etwa die riesige geschwungene Glasvitrine oder wunderhübsche Lounge-Sesselchen machen mich im ebenerdigen Bereich ganz Karussel. Im Untergeschoss wartet eine tolle Bar und einiges an Getier auf die lieben Herren, die idealerweise und aus Rücksichtnahme des schönen Gesamtbildes bitte und gerne Hosenträger, Schiebermützen und samtene Pyjamahosen tragen.
Die liebe Anne tut ganz recht darin, etliche ihrer Frollein von Sofa-Schätze bei Holly zu präsentieren und auch an die Frau zu bringen. Nicht nur, weil sie sich selbst ganz entzückend einfügt ins Interieur. Sondern auch, weil mir ein anderer, dafür etwa besser geeigneter Ort in Berlin einfach nicht einfallen will.
Wer Anne, ihren Woody und tausend schöne Dinge mal vis-à-vis erleben möchte – das geht montags bis freitags von 12 bis 20 Uhr und samstags zwischen 12 und 6, in der Alten Schönhauser Str. 4 am Rosa-Luxemburg-Platz.


































































